“Ich habe heute viel zu tun, deshalb muss ich heute viel beten” Martin Luther.
Das geht uns auch oft so wie Martin Luther. Wenn wir aufregende oder ungewohnte Dinge vor uns haben - eine Prüfung oder einen Arztbesuch oder eine andere beängstigende Sache - dann ist unser Gebet bewusster und intensiver und wir beten dann vielleicht auch öfter.
Wie oft aber beten wir aus Gewohnheit, sind mit den Gedanken ganz woanders. “Millionen von Gebeten kommen, jedoch der Herr erhört sie nicht.” Daran muss ich oft denken, wenn meine Gedanken mal wieder abschweifen, und ich bitte dann innig darum, dass mein Gebet wieder ernsthafter und bewusster wird.
Sören Kierkegaard hat folgende Überlegungen zum Beten geschrieben (Losungen 2025, S.171):
Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer. Ich meinte erst, Beten sei Reden, ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören. So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt: still werden und stille sein und warten, bis der Betende Gott hört.
Ich wünsche euch und auch mir, dass wir Gott hören können.