Alle Menschen haben die Sehnsucht nach einer friedlichen Welt, aber sie scheitern bereits an der Vorstellung, wie Frieden erreicht werden kann. Viele, die in der Politik vom Frieden erzählen, setzen voraus, dass nur ihre eigene Denkart richtig sei, was unweigerlich dazu führt, dass Streitigkeiten entstehen, die vom mündlichen Streit bis zur kriegerischen Auseinandersetzung werden.
„Ich habe recht und darf dieses Recht deshalb auch mit allen Mittel durchsetzen“, so ist die Meinung derer, die vom Weltgeist geführt sind und den freien Willen, den uns Gott geschenkt hat, für ihre Zwecke missbrauchen, ohne Rücksicht auf den Nächsten zu nehmen. So gab es in der Menschheitsgeschichte keine Zeit, in der nicht irgendwo auf der Welt Krieg geführt wurde. Ungehört blieben Menschen, die den Frieden stiften wollten: Buddha, Gandhi, Nelson Mandela, Mutter Theresa, Martin Luther King und viele mehr. Sie setzten der Gewalt den Willen zum Frieden entgegen, jedoch konnten sie die Welt nicht anhaltend verändern. Sie streuten aber die Saat des Friedens aus und haben dadurch nachhaltig Einfluss auf das menschliche Denken genommen, und sie erinnerten an einen liebenden Gott, der seinen Sohn auf die Erde gesandt hatte, um an den wichtigsten Weg zum Frieden zu erinnern, die Nächstenliebe.
Die Nächstenliebe nach der Lehre Jesu Christi ist ein Auftrag, der für uns alle eine große Aufgabe birgt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ - Wie soll ich das erfüllen können, den Nächsten und mich selbst zu lieben? Ich schwanke; was kann ich für den Nächsten tun, ohne mich selbst zu vernachlässigen? Wie finde ich die Balance zwischen meinen eigenen Zielen und dem Für-den-anderen-da sein?
Ein Wort Joseph Weißenbergs hilft, der echten Nächstenliebe und dem Frieden näher zu kommen: „Wir können keine Welt ändern, es sei denn, dass ein jeder in sich selbst zur Erkenntnis der Wahrheit kommt und sich bessert.“ Der Heiland gab uns den Auftrag, uns und unsere Nächsten zu lieben, Joseph Weißenberg den, in uns selbst aufzuräumen und uns zu bessern. Im Alltag bin ich damit manchmal gänzlich überfordert. Was hat das denn mit dem Frieden zu tun?
Es kann doch so einfach sein: an einer Kasse mit einem vollen Einkaufswagen stehend lasse ich den nächsten Kunden mit seinem kleinen Einkauf vor. Derjenige freut sich und lächelt. Im Autostau lasse ich, obwohl ich das Vorfahrtrecht habe, einen anderen PKW einfahren. Vielleicht hat der andere es ja eilig. Ein kurzes Heben der Hand zeigt dessen Dankbarkeit. Bei meinen seltenen Busfahrten bietet mir ein junger Mann seinen Sitzplatz an und … Diese kleinen Gesten der Freundlichkeit zeigen, dass der Ich-Geist verloren hat und beide Akteure ein gutes Gefühl empfinden. Nicht die gesamte Welt hat sich geändert, aber ein winziger Teil davon. Ein kleiner Moment des Friedens hat unsere beiden Herzen erfüllt! Mit dieser Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge kommen wir vielleicht auch unserem Kirchentagsmotto und Auftrag näher:
Friede erfülle eure Herzen!