Gedanken zu unseren 100 Jahren

Gemeindebrief
von Konstanze P.
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Nur vom Verwandelten kann Verwandlung ausgehen. Sören Kiekegaard (1813 – 1855)

Wir können keine Welt ändern, es sei denn, dass ein jeder in sich selbst zur Erkenntnis der Wahrheit kommt und sich bessert. Joseph Weißenberg (1855 – 1946)

Sei du die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. Mahatma Ghandi (1883 – 1944)

100 Jahre – zwischen Geschichte und Zukunft, zwischen ererbtem Glaubensgut und suchendem Neuerleben steht der Glaube in der Welt, steht unsere Kirche und stehe ich in meinem Heute und muss mich von den drei oben Genannten fragen und anregen lassen: Bin ich bereit zum Wandel und für Veränderungen? Bin ich eine ehrliche Suchende oder weiß ich eigentlich schon alles und fühle mich darin sicher? Wandlungsbereitschaft fühlt sich nicht gerade gemütlich an. Man verlässt altbewährte Geländer, steckt den Kopf aus dem Nest, sitzt am Nestrand und soll losfliegen. Der Wind pfeift und ich, ich alleine soll losfliegen. Mich auf mich, meine Erfahrungen meinen Mut, meine Kraft und auf Gottes Begleitung auf den neuen Wegen verlassen.

Wir haben einen wunderbaren Glauben, sind in einer Gemeinschaft mit bestimmten Formulierungen, Formen und Ritualen aufgewachsen. Öffnung und Überbrückung steht schon seit Kirchengründung als Auftrag da und hat oft noch nicht wirklich stattgefunden. Zum Jubiläum erneut dazu aufgerufen, beinhaltet es auch zu schauen, wie wir es Anderen erleichtern, uns kennen zu lernen, die Gemeinschaft anziehend zu erleben und hineinwachsen zu können. Ein schöner Flyer und unsere Kirche im Internet laden Alle ein.

Stellt Euch vor, die kommen alle! Bin ich dazu wirklich bereit? Bin ich aufmerksam, z.B. begrüße und spreche ich mit neuen Gesichtern, lade ich sie zu Kirchenfesten an unsere festen Familien- und Gemeindetische ein? Freue ich mich nicht nur, die bekannten Geschwister zu sehen, mal wieder zu sprechen und zu umarmen! Auch Gäste, „Neue“ sind Glaubensgeschwister, egal in welcher Form sie glauben.

Stellen wir uns unsere Gemeinschaft einmal von außen vor, wenn wir dazukommen und niemanden kennen würden, dann finden wir bestimmt den Mut und den Impuls auf den Anderen zuzugehen. Achten wir auf unsere Wortwahl und unsere Selbstverständlichkeiten. Geben wir unseren Anspruch auf, es besser zu wissen und bleiben gemeinsam Suchende. Üben wir, unseren Glauben einfach und aus unserem persönlichen Erleben zu erklären und dabei Freude auszustrahlen.

Leben und ausstrahlen, was wir glauben – wohl eine Aufgabe für die nächsten 100 Jahre!