Siehe, ich mache alles neu!

Gemeindebrief
von Norbert T. I Bild: Ralph auf Pixabay
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Diese Zusicherung Gottes steht als Jahreslosung der evangelischen Kirche für das gesamte Jahr 2026 und wird allen Menschen als Aussicht in das Lebensbuch geschrieben. Johannes hatte zuvor einen neuen Himmel und eine neue Erde sehen dürfen. Ihm war vergönnt die Zukunft zu sehen, in der es kein Leid, keine Trauer und keine Kriege mehr geben wird und die Menschen miteinander und mit Gott ein Zuhause finden können.

Blicken wir in unsere Welt zu Beginn des neuen Jahres, werden wir viele Kriege, viel Leid, Elend und Trauer sehen. In vielen Ländern verdunkeln die Reste von Raketen nach der Explosion den Himmel, Feuer verzehren die Lebensgrundlagen vieler Menschen, Hunger lässt Kinder nicht in den Schlaf kommen, selbstverliebte Machthaber bereichern sich, ohne an ihre Bürger zu denken, und unterdrücken die Freiheit der Meinung und jegliche Rechte.

Nun könnte man sich in ein Schneckenhaus zurückziehen und die Augen verschließen, um sich nicht zu sehr mit dem Weltgeschehen zu belasten. Doch auch im direkten Umfeld gibt es Leid, Elend, Trauer und Hilflosigkeit. Spätestens jetzt sollte uns auffallen, dass Gott uns als Werkzeug nutzen will, um alles neu zu machen. Wir haben die Aufgabe, an Teilen der Neugestaltung der Welt mitzuarbeiten, mit den scheinbar bescheidenen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen.

Aber sind diese wirklich bescheiden? - Ein Lächeln, ein nettes oder ein mahnendes Wort, eine kleine Handreichung, Gesten der Nächstenliebe können die Welt heller machen, ein winziges Teil nur, wie ein Wassertropfen einer Wolke am Himmel oder ein Sandkorn am Meeresstrand, die alle in ihrer Gesamtheit eine unermessliche Größe erreichen, Neues bewirken, den Himmel und die Erde verändern.

Gott hat uns die Grundlagen für eine Erneuerung der Erde und des Himmels vorleben lassen durch den Heiland, der sich für die Sünden der Menschheit geopfert hat, durch Joseph Weißenberg, der, selbst unschuldig, bereit war, für die Ziele der Kirche in der Nachfolge Christi in Haft genommen, verurteilt und in die Verbannung geschickt zu werden. Jesu Auferstehung, der Sieg Gottes über den irdischen Tod zu Ostern, zeigt seine Allmacht, und die Freude Joseph Weißenberg auf die Zukunft des ewigen Lebens lässt uns ahnen, welches Ziel durch unser eigenes Handeln zu erreichen ist. Wichtig für uns ist das Vorbild, das sie uns gesetzt haben, auch wenn wir als Menschen diese letzte Konsequenz nicht erreichen werden.

In ihrer Nachfolge stehen wir in der Verantwortung, an der Erneuerung von Himmel und Erde mitzuwirken, indem wir die uns großzügig geschenkte Liebe weitergeben.

Es gibt viele Beispiele von Menschen, die in der näheren Vergangenheit an einer neuen Welt gearbeitet haben: Mahatma Gandhi, Mutter Theresa, Martin Luther King, die Brüder Kennedy, der vorige Papst Franziskus und viele mehr. Der mich meisten bewegendste Mensch ist jedoch der Pfarrer der Bekennenden Kirche Dietrich Bonhoeffer (04.02.1906-09.04.1945), der zum Jahreswechsel 1944 im einem Nazigefängnis festgehalten und später ermordet, uns allen Trost und Kraft für unsere Zukunft mit auf unseren neuen Weg gegeben hat, als er schrieb:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Lasst uns diesen Worten vertrauen und den neuen Himmel und die neue Erde erwarten!